Gustave Courbet wurde 1819 in Ornans geboren und starb Ende 1877 in La-Tour-de-Peilz in der Schweiz. Er war ein französischer Maler des Realismus und gilt als Wegbereiter des Naturalismus.

Gustave Courbet verbrachte seine Jugend in einer gutbürgerlichen Familie im ostfranzösischen Jura. Auf Wunsch seiner Eltern studierte Courbet ab 1837 Jura auf dem Collège Royal in Besançon, allerdings widmete er sich schnell mehr dem Malen und begann bereits nach einem Jahr, Malunterricht bei Charles Antoine Flajoulot zu nehmen.

1840 verließ Gustave Courbet Besançon, eiegntlich um in Paris Rechtskurse zu nehmen. Allerdings nahm er dort weiter Unterricht und entwickelte seine Maltechnik weiter, indem er im Louvre und anderen Museen die dortigen Gemälde besonders von spanischen und holländischen Meistern abmalte. Er versuchte, dass seine Gemälde im Pariser Salon aufgenommen werden, doch wurden nur drei seiner 20 beantragten Bilder in den Jahren von 1841 bis 1847 ausgestellt. Seinen Lebensunterhalt bestritt Courbet durch finanzielle Unterstützungen durch seine Familie. 1847 hatte Gustave Courbet mit seiner Geliebten Virginie Binet einen gemeinsamen Sohn, doch sie verließ ihn 1850 und nahm das Kind mit.

Gustave Courbet traf sich in der nicht weit von seinem Studio gelegenen Brasserie Andler mit anderen Malern und Künstlern wie Charles Baudelaire, Pierre-Joseph Proudhon und Max Buchon, mit dem er bereits seit der Kindheit befreundet war. In dieser Gesellschaft entwickelte sich die neue Kunstrichtung des Realismus.

1848 fand der Pariser Salon ohne Jury statt, und Courbet stellte zehn seiner Gemälde aus, die von der Öffentlichkeit begeistert aufgenommen wurden. 1849 erhielt er für sein Gemälde Nach dem Essen in Ornans die Goldmedaille, das Gemälde wurde vom französischen Staat erworben. Gustave Courbet malte nun viele Szenen aus Ornans und Porträts seiner Familie und Freunde. Ein Begräbnis in Ornans, 1850/51 von Kritikern abgelehnt, weil es die religiösen Gefühle verletze, gilt heute als bedeutendes Beispiel dieser Zeit. Gustave Courbet Beliebtheit wuchs durch das Aufsehen, welches er erregte. Seine Gemälde waren dem neuen bürgerlichen Regime nicht geheuer, und die scheinbare Bedrohung vergrößerte sich durch die Deutungen, die unter anderem Pierre Proudhon seinen Gemälden gab.

1853 stellte die Regierung Gustave Courbet in Aussicht, für die Weltausstellung 1855 ein riesiges Gemälde zu malen, falls er vorher einen Entwurf zur Begutachtung einer Jury vorlegen würde. Gustave Courbet lehnte dies jedoch ab, da er sich in seiner malerischen Freiheit nicht bevormunden lassen wollte. Nachdem drei der vierzehn von ihm zur Ausstellung eingereichten Gemälde für die Weltausstellung abgelehnt wurden, errichtete er parallel dazu mit der finanziellen Unterstützung seines Freundes und Förderers Alfred Bruyas seinen eigenen Pavillon du Réalisme. In diesem Pavillon wurden zusätzlich zu den elf auf der Weltausstellung gezeigten weitere vierzig Gemälde gezeigt.

Bei Gustave Courbet zeigt sich in den Gemälden, die ab 1860 gemalt wurden, eine egalitäre Struktur der Fläche. Unabhängig vom Gegenstand und von der räumlichen Blicktiefe wurden die Farben auf der Leinwand verteilt. Auf diese Weise erreichte Courbet, dass die gamalten Gegenstände in ihrer Dominanz relativiert werden und sich zugleich alle Elemente auf einer räumlichen Ebene optisch zusammensfliessen. Gustave Courbet setzte dabei den Spatel abwechselnd mit einem Pinsel ein und erzeugte dabei eine relativ gleichmäßige, nur geringfügig pastose Oberfläche. Diese Technik wurde in abgewandelter Form von anderen Künstlern übernommen.

Nach der gewaltsamen Auflösung einer Kommune wurde Gustave Courbet wegen seiner Beteiligung an der Zerstörung der Vendôme-Säule zu sechs Monaten Gefängnis und 500 Francs Geldstrafe verurteilt. Während seiner Haftzeit durfte er aber malen.

Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich in den kommenden Jahren. In der Klinik von Neuilly malte er 50 Bilder, die er alle verkaufen konnte. 1873 verlangte die neue französische Regierung Schadenersatz für die zerstörte Vendôme-Säule in Höhe von 335.000 Francs. Gustave Courbet floh daraufhin in die Schweiz, in den ihm vertrauten Jura und dann an den Genfersee, ohne Hoffnung, die geforderte gewaltige Summe durch den Verkauf von Gemälden aufzubringen.

In La Tour de Peilz lebte Gustave Courbet seine letzten Jahre, immer in der Hoffnung auf Schuldenerlass. Er erkrankte an der Wassersucht und starb am Ende 1877.

Gemälde von Gustave Courbet:

Gustave Courbet Die Badende
Gustave Courbet: Die Badende

Gustave Courbet Äpfel und Granatäpfel
Gustave Courbet: Äpfel und Granatäpfel

Gustave Courbet Ringkämpfer
Gustave Courbet: Ringkämpfer

Gustave Courbet Waldbach mit Rehen
Gustave Courbet: Waldbach mit Rehen

Gustave Courbet Rehbock im Wald
Gustave Courbet: Rehbock im Wald

Gustave Courbet Die Schläferinnen
Gustave Courbet: Die Schläferinnen

Gustave Courbet Frankfurt am Main
Gustave Courbet: Frankfurt am Main

Aulistung von Werken von Gustave Courbet:

- Le Désespéré
- Mann mit Pfeife
- Die Steinklopfer
- Steinhauer
- Ein Begräbnis in Ornans
- Ringkämpfer
- Schlafende Spinnerin
- Der Steinbruch von Optevoz
- Die Begegnung
- Sitzender Hund auf Kissen
- Die Kornsieberinnen
- Mädchen an der Seine
- Die Beute
- Dame auf der Terrasse
- Felsenlandschaft
- Pferd im Walde
- Landschaft bei Maiziers
- Der schattige Bach
- Die Schläferinnen
- Die Badende
- Äpfel und Granatäpfel
- Apfelstilleben
- Der Ursprung der Welt